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Das Lesikon der visuellen Kommunikation
»Das Lesikon … ist eine neue Kategorie Buch. Es hat die Form eines Lexikons, ohne eines zu sein. Im Unterschied zu
einem von A bis Z sortierten Lexikon erzählt das Lesikon eine
Geschichte. Anders außerdem als ein Lexikon ist dieses Lesikon
vielstimmig und wartet nicht mit nur einer (angeblich maßgeblichen)
Aussage auf. Zu je einem Begriff gibt es zumeist mehrere Einträge, die
sich gegenseitig im Sinn ergänzen, verschieben oder konterkarieren. Das
Lesikon wirft dadurch mindestens soviele Fragen auf, wie es beantwortet,
ist Kaleidoskop und Brennspiegel zugleich. Information vereint sich mit
Unterhaltung: es lassen sich Begriffe nachschlagen und es ist ein
Schmöker, der zu stundenlangem Lesen einlädt.
Unzählige Anekdoten, Ammenmärchen, Ansichten und
Einsichten sind hier versammelt. Begriffe werden
nicht nur erklärt, sondern auch verklärt, verteufelt oder veralbert.
Juli Gudehus lockt gezielt in den blühenden Irrgarten unserer Sprache,
in das erstaunliche Panoptikum der Haltungen und in das faszinierende
Spiegelkabinett der Bedeutungen. Der Leser darf sich treiben lassen,
immer wieder aufs Neue überrascht, mit möglicherweise veränderter
Perspektive und definitiv erweitertem Horizont.
Brian Eno schrieb einmal: Maybe a good way for producing
something new is to do something so work
intensive that nobody else would bother. Six foot drawings of black
squares done entirely with a 6H pencil would qualify. … Oder ein
Lesikon. Ein solches Buch hat es noch nicht gegeben. Dennoch greift es
Vertrautes auf: zum Beispiel das vielen bekannte »Lexikonspiel«, bei dem
die Mitspieler zu einem aus einem Lexikon stammenden, möglichst allen
unbekannten Begriff Definitionen schreiben.
Diese Definitionen können
teilweise so überzeugen, daß zum großen Spaß der Runde oft schwer zu
erraten ist, welche Definintion nun die echte ist. Die »Sendung mit der
Maus« mit ihren »Lach- und Sachgeschichten« beweist, daß es sich (nicht
nur für Anfänger) leichter lernt, wenn es lustig ist. Und
Bestsellerautor Frank Schätzing, ehemaliger Werber, ist der Meinung, man
könne, ja, man solle sogar Sachinformationen mit Humor und unterhaltsam
vermitteln. Auch »Schott’s Miscellaneous« klingt an, wo Wesentliches
und Nebensächliches gleichberechtigt nebeneinanderstehen … wenn auch in
der klassischen Darreichungsform, von A bis Z, während das Lesikon auf
vielfältige und vergnügliche Weise Zusammenhänge und Widersprüche
beleuchtet.
Das Lesikon ist nicht nur an sich interessant, sondern es
interessiert den Leser – aktiv. Es lockt und stört,
verwirrt und amüsiert. Der erste Eindruck mag sein, daß es sich um ein
sachliches, informatives, »ernsthaftes« Buch handelt, und der zweite,
daß dieses Buch persönlich, spielerisch und heiter ist. Beides ist
richtig, denn das Lesikon ist nicht nur ein Handbuch, sondern auch ein
Herzbuch …
… der visuellen Kommunikation« Visuelle Kommunikation? Was ist das? Sie ist fast so omnipräsent wie die Luft
zum Atmen. Ein jeder kommt damit täglich tausendfach in Berührung, von
der morgendlichen Zeitung und Müslipackung über Verkehrsschilder und
Formulare bis hin zur Eintrittskarte und zum Logo auf der Handtasche.
Und doch ist sich kaum jemand der Existenz dieses ausgedehnten Gebiets
bewusst – das zu erkunden großen Spaß bringt. Der (von Otl Aicher
geprägte) Begriff »visuelle Kommunikation« existiert bereits seit
dreißig Jahren.
Dennoch und immer noch ist die »visuelle Kommunikation« fürLaien hochgradig erklärungsbedürftig. Der Begriff
sorgt sogar bei denen, die in diesem oder für diesen Bereich tätig sind,
für Diskussionen, welche Bereiche in welchem Maß dazuzuzählen sind. Das
Lesikon behandelt sie alle – und noch viel mehr: Fotografie, Farbe,
Form, Fehler, Lehre, Maße, Materialien, Mut, Originalität, Konkurrenz,
Kreation, Illustration, Emotion, Animation, Akquise, Begabung,
Bildbearbeitung, Herstellung, Verpackung, Werbung, Weiterbildung,
Webdesign, TV, Typografie, Theorie, Praxis, Programme, Preise,
Präsentation, Psychologie, Effekte, Erfolg, etcetera pee pee.
Obwohl seit vielen Jahren ein Bewußtmachen der uns umgebenden visuellen Gestaltung und damit einhergehende
Kompetenz gefordert wird, ist »Visuelle Kommunikation« bislang
erstaunlicherweise noch immer kein Schulfach. »Das Lesikon der visuellen
Kommunikation« richtet darum nicht nur an Fachleute, sondern bietet
Laien einen amüsanten und unkomplizierten Einstieg in ein
hochinteressantes Gebiet, das sämtliche Bereiche ihres Lebens
durchdringt: Geburt, Tod, Wissenschaft, Sport, Musik, Sex, Politik,
Beruf, Spiel, Nahrung, Verkehr, Kleidung, Hygiene, Medizin, Religion …
In diesem Lesikon manifestiert sich zum großen Teil vorhandene und zugängliche, aber frei flottierende Information.
Es macht das unendlich große Fachgebiet der visuellen Kommunikation
dingfest – und damit greifbar und begreifbar. Zwar gibt es zu jedem
Begriff, zu jedem Namen und Thema noch beträchtlich mehr zu sagen,
einige Begriffe oder Namen fehlen auch gänzlich. Aber es entsteht eine
deutliche(re) Vorstellung von der Ausdehnung dieses Fachgebiets. »Das
Lesikon der visuellen Kommunikation« ist bewusst unvollständig – und
enthält doch im Wesentlichen alles.
»eine collage« Wie bei zwei früheren Arbeiten von Juli Gudehus, der »Genesis« und dem »Mindesthaltbarkeitskalender«,
handelt es sich bei dem »Lesikon der visuellen Kommunikation« um eine
Collage aus gefunden Versatzstücken, die Juli Gudehus in einen neuen
Zusammenhang bringt.
Die Versatzstücke des Lesikons stammen zum größten Teil aus (Fach)-Büchern und -Zeitschriften, aus Zeitungen,
Bibel, Werbung, Lexika, Wikipedia, Internet. Teilweise wurden sie auf
Juli Gudehus’ Einladung hin für dieses Buch verfaßt und auch Juli
Gudehus selbst hat viel geschrieben. Die Texte sind in ihrer Art überaus
verschieden: knapp oder ausführlich, nüchtern oder blumig, polemisch
oder ironisch, differenziert oder platt, zeitgenössisch oder historisch,
von jung oder alt. Persönlich, spielerisch und vergnüglich ist dieses
»Lesikon der visuellen Kommunikation« auch dadurch, dass nicht nur
Fachleute zu Wort kommen, sondern auch Berufsanfänger und Laien. Sie
halten den Fachleuten in diesem Buch einen Spiegel vor: durch ihr
Verständnis ihrer spezifischen Tätigkeit und diverser für jene
selbstverständliche Begriffe.
3.000 hauchdünne Seiten auf Bibel(!)druckpapier gedruckt mit 5 individuellen Fundstücken der Alltagstypografie als Lesezeichen 9.704 Begriffe und keine einzige Abbildung Format 23,7 x 16,0 cm klebegebundene Broschur im Cabrio-Schuber
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